Pfarr- und Wallfahrtskirche

Die Kirche wurde 1935 eingeweiht.
Sie diente von Anfang an als Pfarr- und Wallfahrtskirche.

In der angebauten Ka­pelle befindet sich eine
„Kopie“ der Grotte von Lourdes mit zwei Sta­tuen:
Maria und Berna­dette.

Pilger aus der näheren und ferneren Umgebung
kommen nach Seebach zum Rosenkranzgebet,
für die Beichte und zur Heiligen Messe, speziell
am Do und So Nachmittag.
Je­weils am 1. Sonntag des Monats wird nach
der 16 Uhr Messe der Krankensegen erteilt
und am 1. Freitag des Mo­nats findet von 22 Uhr
bis 6 Uhr in der Früh eine Gebets­nacht statt.

Der Lourdespilgerverein Zürich, Schaffhausen und Thurgau organisiert zudem regelmässig Wallfahrten nach Lourdes in Südfrankreich. 

Nähere Informationen erhalten Sie unter Tel.Nr. 041 787 10 52

 

Die Grotte
Es war im Jahr 1858, als die vierzehnjährige Bernadette Soubirous, Tochter armer Taglöhner an 18 Tagen in der Grotte von Massabielle die Gottesmutter Maria sehen durfte. Bernadette schreibt in einem Brief über ihre erste Begegnung mit der wunderbaren Erscheinung:

"Ich ging mit zwei Mädchen an den Gave-Fluss zum Holzsammeln. Da hörte ich ein Geräusch und schaute nach der Höhle hin. Dort sah ich eineDame. Sie trug ein weisses Kleid, das mit einer blauen Schärpe gegürtet war. Auf jedem Fuss hatte sie eine gelbe Rose von der gleichen Farbe wie ihr Rosenkranz".

Die "schöne Dame", wie Bernadette sie nennt verspricht dem Mädchen, sie nicht in diesem Leben, wohl aber im nächsten glücklich zu machen. Sie bittet Bernadette, für die Bekehrung der Sünder zu beten und am Ort der Erscheinung durch den Pfarrer von Lourdes eine Kapelle erbauen zu lassen, wohin man in Prozessionen wallfahren soll. Schliesslich weist sie das Mädchen an, im schmutzigen Boden mit den Händen ein Loch zu graben; dort tritt eine Quelle in der Grotte zutage, deren Wasser schon bald wunderbare Krankenheilungen bewirkt. Immer wieder fragt Bernadette die Dame nach ihrem Namen. Aber erst bei der letzten Begegnung offenbart sich die Erscheinung mit den Worten: "Ich bin die unbefleckte Empfängnis!"

Heute ist Lourdes einer der grössten und meist besuchten Wallfahrtsort der Kirche. Kinder, Erwachsene, Eltern, Grosseltern, Gesunde, Kranke, Behinderte, Gottsucher und Gläubige verschiedener Religionen... seit 150 Jahren treffen sich viele unterschiedliche Menschen aus allen Kontinenten in Lourdes. Hier werden alle Unterschiede überwunden. Die Grotte verbindet zu einem geschwisterlichen Leben in einer weltweiten Kirche.

Im April 1928 kniete der damalige Bischof der Diözese Chur, Dr. Georgius Schmid, vor der Grotte in Lourdes. Eine grosse Sorge belastete ihn. Er versprach der Gottesmutter, in der Stadt Zürich zu ihrer Ehre ein Gotteshaus mit Lourdesgrotte bauen zu lassen, wenn sein Anliegen erhört werde. Man muss annehmen, dass Bischof Georgius erhört worden ist. Denn schon 7 Jahre danach wurde in Zürich Seebach unsere Pfarrkirche Maria-Lourdes mit einer Nachbildung der Grotte von Massabielle von seinem Nachfolger Bischof Laurentius Vinzenz eingeweiht.

Zwei Holzstatuen stellen die Begegnung zwischen Bernadette und Maria dar. Sie sind  Werke der deutschen Künstlerin Claire Pletsch aus dem Jahre 1953. Die ursprünglichen Figuren aus dem Jahre 1935 sind nur noch auf Fotos vorhanden. Die Marienstatue ist keine genaue Kopie des von Professor Joseph Fabish aus Lyon 1864 nach den Berichten der Seherin geschaffenen 1,80 m hohen Standbildes. Es handelt sich vielmehr um eine freie Nachbildung, die aber die charakteristischen Merkmale der Lourdesmadonna übernommen hat: das weisse Gewand mit blauer Schärpe, die gefalteten Hände, der grosse Rosenkranz am rechten Arm und die zwei gelben Rosen auf dem Fuss. Während aber der Blick der Marienstatue in Lourdes himmelwärts gerichtet ist, blickt die Nachbildung in Seebach zur Figur der hl. Bernadette und zum Betrachter hin und sucht die Beziehung.

 Jeden Tag pilgern zahlreiche Menschen zum Kleinen Lourdes in Zürich. Unaufhörlich brennen die Kerzen in der Grotte. Sie versinnbildlichen mit ihrem selbstverzehrenden Brennen und Flackern die innigen Gebete der Menschen, die mit ihren Anliegen hier her kommen. Von dem, was durch diese Gebete alles geschehen durfte, zeugen die zahlreichen Votivtafeln an den Wänden, die den Dank an Maria zum Ausdruck bringen.

 Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass sie in ganz verschiedenen Sprachen verfasst sind. In der Tat kommen Menschen der verschiedensten Nationen hierher. Und es sind nicht nur Katholiken. Immer wieder erzählen auch evangelische Christen, wie gerne sie hierher zum Beten kommen. Doch nicht nur Christen, auch Hindus und Moslems fühlen sich zu Maria hingezogen und kommen hier in die Grotte um zu beten. Selbst Menschen, die sich von der Kirche entfernt haben, trifft man hier an.

 Der erste Pfarrer, Franz Xaver Föhn hat in Seebach eine Wallfahrt initiiert, indem er neben den regulären Pfarreigottesdienstzeiten jeden Donnerstag- und Sonntagnachmittag Pilgermessen mit eucharistischem Segen feierte, vorausgehend eine Zeit des Rosenkranzgebetes und der Beichte. Am ersten Sonntag des Monats wird wie in Lourdes der Krankensegen gespendet.

Wer zum kleinen Lourdes von Zürich pilgert, der begegnet hier Maria als Mutter, die Menschen sammelt und als Weggemeinschaft erfahren lässt. Das Wasser am Eingang der Grotte, der Felsen, der die Grotte bildet und das Licht der Kerzen verweisen auf Christus. Er ist das Licht, der das Dunkel erhellt; er ist der Fels, unser fester Halt; er ist die Quelle des Lebens. Auch Maria verweist auf Ihn im Evangelium von der Hochzeit zu Kanaan, das hier in der Kirche jedes Jahr zum Patrozinium am 11. Februar verkündet wird: „Was er euch sagt, das tut“.

EINE ANDERE MARIA

Eines Tages betrat ich eine Kirche,
und voll Vertrauen wandte ich mich an Jesus:
"Überall auf Erden bist du in der heiligen Eucharistie
gegenwärtig geblieben.

 Warum hast du, allmächtiger Gott,
keinen Weg gefunden,
uns auch Maria zu lassen, unser aller Mutter
auf dieser Pilgerschaft?"

In der Stille glaubte ich
seine Antwort zu vernehmen:
"Ich habe sie euch nicht gelassen,
weil ich sie in dir aufs neue sehen möchte.
Ihr seid zwar nicht unbefleckt,
aber meine Liebe wird euch
rein und jungfräulich machen.

Du, ihr alle werdet mit der Liebe einer Mutter
eure Arme und Herzen für die Menschheit öffnen.
Heute wie damals sehnen sich die Menschen
nach Gott und nach seiner Mutter.

Jetzt kommt es euch zu,
die Schmerzen zu lindern,
Wunden zu heilen
und Tränen zu trocknen."

Chiara Lubich